Was ist Peppol und wie funktioniert das Netzwerk?
Peppol (Pan-European Public Procurement On-Line) ist ein globales Netzwerk für elektronische Beschaffung und Rechnungsstellung, das ursprünglich für den EU-öffentlichen Sektor entwickelt wurde. Es wird von OpenPeppol, einer in Brüssel ansässigen Nichtregierungsorganisation, verwaltet. Das Netzwerk nutzt ein Vier-Ecken-Modell für den Dokumentenaustausch und setzt auf zertifizierte Access Points, um die Interoperabilität zu gewährleisten.
Das Vier-Ecken-Modell und Peppol Access Points
Das Peppol-Netzwerk operiert nach einem Vier-Ecken-Modell, bei dem vier Parteien beteiligt sind: der Absender (Ecke 1), der Access Point des Absenders (Ecke 2), der Access Point des Empfängers (Ecke 3) und der Empfänger selbst (Ecke 4). Ein Peppol Access Point ist ein zertifizierter Gateway, der von einem akkreditierten Dienstleister betrieben wird und Unternehmen sowie öffentliche Behörden mit dem Peppol-Netzwerk verbindet. Diese Access Points müssen von einer Peppol-Behörde zertifiziert werden und den Peppol-Interoperabilitätsrahmen einhalten, einschließlich des Transportprotokolls AS4 und der Dokumentenstandards BIS Billing 3.0, das auf EN 16931 basiert.
Globale Verbreitung und Compliance
Peppol hat sich über den EU-öffentlichen Sektor hinaus verbreitet, mit Implementierungen wie Italiens SDI-System, Singapures InvoiceNow und dem E-Invoicing-Rahmenwerk von Australien/Neuseeland. Das Netzwerk verfügt über mehr als 300 zertifizierte Access Point-Anbieter weltweit und ermöglicht den Austausch von Hunderten Millionen Dokumenten jährlich. Die EU-Richtlinie 2014/55/EU schreibt vor, dass alle EU-Vergabestellen in der Lage sein müssen, elektronische Rechnungen zu empfangen, die den europäischen Standard EN 16931 erfüllen, der durch Peppol BIS Billing 3.0 umgesetzt wird.
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